HANS-PETER FELDMANN Camera Austria-Preis der Stadt Graz für zeitgenössische Fotografie 1999
Seit 1968 ist Hans-Peter Feldmann damit beschäftigt, fotografische Bilder – Bildklischees, die unsere Vorstellungs- und Wahrnehmungswelt definieren – als kollektives Bild-Gedächtnis zu untersuchen. Den tradierten Kunst- und Werkbegriff in Frage stellend, im Blickfeld immer auch die Fragwürdigkeit des künstlerischen Originals, bearbeitet er eigene und fremde Bilder: Private Fotografien, öffentliche, über Medien und Werbung transportierte Bilder; Reproduktionen von Kunstwerken bilden den Fundus, in den er archivierend, ordnend, numerierend, strukturierend und neue Zusammenhänge herstellend eingreift. In Ausstellungen und in zahlreichen Büchern stellt er diese Bilder, als Gegenstand seines Nachdenkens über deren soziale, politische, ästhetische Funktion, für eine neue, zweite Wahrnehmung frei, denn: "der Kopf ist schon eine Maschine", wie Hans-Peter Feldmann beim XV. Symposion über Fotografie 1994 in Graz sagte. Hans-Peter Feldmann hat 1994 am Symposion über Fotografie zum Thema "Das Archiv" sowie an der dazu stattfindenden thematischen Ausstellung teilgenommen. Sein Beitrag ist in CAMERA AUSTRIA Nr. 51/52, Graz 1995, erschienen.